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Start-up und Big Player.

Immer mehr Großkonzerne holen

sich Start-ups mit frischen Ideen an Bord. Warum sich die Zusammenarbeit

lohnt und ein Miteinander statt Gegeneinander sinnvoll ist.

E

tablierte Konzerne bringen

Sicherheit; sie verfügen

meist schon über Kapital,

müssen sich am Markt nicht

erst behaupten und haben bereits ein

Netzwerk an Kunden und Partnern auf-

gebaut. Aber: Big Player sind auch trä-

ge und Veränderungen gehen nicht ein-

fach von der Hand. Bei Start-ups

hingegen ist das genau umgekehrt:

Während sie sich finanzielle Mittel und

Connections erst aufbauen müssen,

sind sie dynamisch und flexibel, bringen

innovative Ideen und die Risikofreude,

diese umzusetzen, mit sich. So betrach-

tet scheinen Kooperationen zwischen

Multi-Konzern und kleinem Start-up auf

der Hand zu liegen.

Lerneffekte.

Und tatsächlich: Corpo-

rate-Start-up-Kooperationen haben

Erfolg, hat eine Untersuchung der TU

Darmstadt zusammen mit dem Unter-

nehmensberater „Campana & Schott“

ergeben. Befragt wurden im Rahmen

der Studie Unternehmen, die bereits

mit Start-ups zusammenarbeiten. Im

Fokus standen gegenseitige Lern­

effekte aus den Kooperationen. Drei

Viertel der befragen Firmen gaben bei

der Untersuchung an, dass die Zusam-

menarbeit half, die Entwicklung digi-

taler Innovationen im Haus voranzu-

treiben. Klar: Immerhin bringen

Start-ups innovative Ideen und Risi-

kofreude in festgefahrene Strukturen.

82 Prozent der Konzerne zogen

fotos: ISTOCK/THINKSTOCK, Fotonomaden, www.bigshot.at/Christian Jungwirth

Text:

Katharina Robia

David

& Goliath

8

moments

Business

2019

Stichwort Accelerator und Incubator

Liest man über Start-up-Corpora-

te-Zusammenarbeit, fallen oft zwei

Begriffe: Accelerator (bzw. Akzele-

rator) und Incubator (bzw. Inkuba-

tor). Beide bieten Starthilfe für jun-

ge Unternehmen – aber worin liegt

der Unterschied?

Der Begriff

Accelerator

kommt vom

englischen „accelerate“ (beschleuni-

gen) und bezeichnet eine Initiative,

die Start-ups in der Frühphase mit

Know-how und Coaching unter-

stützt und dem neuen Unterneh-

men zu schnellerem Wachstum ver-

hilft. Ziel ist, Unternehmen, Produkt

oder Dienstleistung in wenigen

Monaten marktreif zu machen.

Unter

Inkubatoren

versteht man

quasi Brutkästen für Start-ups:

Dabei schafft man für Start-up-

Gründer Rahmenbedingungen, um

ihre Ideen entwickeln zu können.

Dabei geht es weniger um schnelles

Wachstum, sondern darum, dem

Start-up die besten Bedingungen

zu bieten, um Produkt oder Dienst-

leistung so gut wie möglich zu

entwickeln.

außerdem einen Nutzen aus der Kre-

ativität, immer noch 79 Prozent aus

dem fachlichen Know-how und für 77

Prozent brachte der Work-Flow der

Start-ups Vorteile. Umgekehrt gab ein

Großteil der Start-ups an, nach der

Zusammenarbeit die eigene Arbeits-

weise im Positiven verändert zu

haben. Außerdem ergaben sich

dadurch wertvolle Kontakte – sowohl

in der Branche als auch mit Kunden.

Vorzeige-Projekt.

Auf die Zusammen-

arbeit zwischen Start-ups und Big

Playern setzt auch das Land Kärnten:

Dort hat man das Projekt „Pulldock“

ins Leben gerufen, das die heimische

Industrie mit kreativen Jungunterneh-

men vernetzen soll. Zum Start des Pro-

jekts im Vorjahr ließ der Kärntner Wirt-

schaftslandesrat Christian Benger

verlauten: „Es ist unsere Aufgabe, für

den Anschub zu sorgen, dass die tra-

ditionelle und die moderne Wirtschaft

zueinander finden, weil sie sich für eine

Weiterentwicklung brauchen. Die einen

haben, was die anderen brauchen.“ Im

Vorfeld des Projekts wurden mit den

teilnehmenden Firmen – u. a. Philips,

Kelag und Liebherr – Schwerpunkte

definiert, in denen die Unternehmen

Bedarf an frischem Input haben. Nun

folgt die Rekrutierungs-Phase: Natio-

nale und internationale Start-ups kön-

nen sich zielgerichtet für Kooperatio-

nen bewerben, erste Zusammen-

arbeiten laufen bereits. Bootcamps,

Coaching-Angebote und Networ-