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6

moments

Business

2019

Startklar

für die

G

erade Lehrlinge und in

Folge Fachkräfte sind im

Moment äußerst gefragt

am Markt: Immer mehr

Unternehmen haben Schwierigkeiten

damit, ausgebildetes Personal zu fin-

den. Aktuellen Daten der WKO zufol-

ge sind es sogar drei von vier steiri-

schen Unternehmen, die nicht genug

Fachkräfte finden. 86 Prozent der

befragten Firmen gaben zudem an,

dass sich der Personenmangel im ver-

gangenen Jahr sehr verschärft habe.

Ewald Verhounig vom Institut für

Wirtschafts- und Standortentwick-

lung, das die Untersuchung im Auf-

trag der WKO durchgeführt hat, über

das Ergebnis: „Es gibt das Problem

bereits seit Jahren, doch die Dimensi-

on hat uns doch überrascht. Mittler-

weile ist der Fachkräftemangel so gra-

vierend, dass es Auswirkungen auf die

wirtschaftliche Performance von

Unternehmen hat.“ Um dem Fachkräf-

temangel entgegenzuwirken, wün-

schen sich die heimischen Unterneh-

mer zum einen eine Verschärfung der

Zumutbarkeitsbestimmungen für Ar-beitslose, zum anderen Unterstützung

bei der Lehrlingsausbildung und eine

verbesserte Berufsorientierung.

Wunsch der Jugend.

Nicht nur die

Unternehmen, auch die Jugendlichen

sind mit dem momentanen Angebot

nicht vollends zufrieden: Nur ein Drittel

der 16- bis 24-Jährigen ist mit der

Berufsorientierung an ihren Schulen

glücklich. Das hat eine andere Umfrage

des Instituts für Strategieanalysen unter

der Leitung von Peter Filzmaier (im

Auftrag der Wirtschaftskammer Steier-

mark) ergeben. Informationsangebote

werden von den Jugendlichen gerne

angenommen und das eigens einge-

richtete „Talentcenter“ (www.talentcen-

ter.at

) ist regelmäßig ausgebucht.

Spielerisch lernen.

Die „Schoolgames“,

ein Brettspiel zur Förderung von Wirt-

schafts- bzw. MINT-Kompetenzen

(Mathematik, Informatik, Naturwissen-

schaft und Technik), sollen mehr Inter-

esse bei Schülern wecken und über

Wirtschaftstreiber und Berufe informie-

ren. Entwickelt wurde das Spiel vom

steirischen Spieleentwickler Freyspiel

als eine Mischung aus Monopoly und

Trivial Pursuit. Nur dass anstatt der

Straßen echte Unternehmen die Felder

darstellen – angefangen von Siemens

über die AUVA bis hin zu Raiffeisen und

REWE. Inzwischen finden die „School-

games“ in 1.000 österreichischen Schu-

len statt und einmal im Jahr treffen sich

Schüler aus ganz Österreich zu den

Meisterschaften. Anlässlich der Meister-

schaften 2018, bei dem Siemens Part-

nerunternehmen war, erklärte Gerhard

Zummer, Lehrlingsausbilder bei Sie-

mens Österreich: „Echte Jobs und Auf-

gabenfelder bei Siemens kennenlernen

– das bieten die Schoolgames den

Schülern. Wir sind immer auf der Suche

nach neuen Talenten und kreativen

Köpfen, deshalb unterstützen wir sol-

che Aktionen mit viel Freude.“

Kennenlernen.

Eines der großen Prob-

leme: Viele der steirischen Lehrlinge tei-

len sich auf wenige Berufe auf. Ange-

sagt sind noch immer Klassiker wie der

vielzitierte Friseur oder Kfz-Techniker.

Nun versucht man in der Wirtschaft,

auch Berufe abseits des Bekannten für

die nächste Generation schmackhaft zu

machen. Einige Unternehmen – die stei-

rische Knapp AG beispielsweise – lädt

dazu proaktiv Schulklassen in den

Betrieb ein, um die verschiedenen Stel-

len und das Unternehmen kennenzuler-

nen. Zahlreiche Einrichtungen informie-

ren zudem darüber, welche Weiter- und

Ausbildungsmöglichkeiten die steiri-

schen Schüler haben. Gute Infos dafür

findet man über das Jugendportal

(www.jugendportal.at

), das auf seiner

Website Informationsstellen und Orien-

tierungs-Einrichtungen auflistet.

l

fotos: istock/thinkstock, www.photo-simonis.com, foto furgler

Lehrlings-Mangel

Bei diesen Lehrberufen wird

dringend Nachwuchs gebraucht:

Gastronomie & Tourismus:

Der Lehrlingsmangel trifft vor

allem den Tourismus; Restaurant-

fachkräfte, Rezeptionisten, Köche

und Küchenpersonal und Bäcker

sind gefragt.

Handel:

Gesucht werden in erster Linie

Lehrlinge für den Großhandel.

Handwerksberufe:

Nachwuchs fehlt auch in Hand-

werksberufen wie Dachdecker,

Zimmerer und Co.

Technik-Bereich:

Auch hier sind Lehrlinge gefragt,

besonders Metalltechniker und

Metallbearbeiter werden gesucht.

Text:

Katharina Robia

Orientierung für Schüler.

Die Auswahl an Berufen und

Ausbildungswegen war noch nie so groß wie heute. Mit der Wahl kommt aber auch

die Qual: Wie soll man sich nur entscheiden?

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