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PEOPLE & BUSINESS

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moments 10/2018

123

FOTOS: FERNET HUNTER

ben. Der gesamte Geschmack kommt

aus Kräutern. Fernet Hunter ist ein

leichter Bitter. Ich mag auch andere

Fernets gern, aber sie passen eben

nicht für die Kombination mit Cock-

tails. Das ist bei Fernet Hunter anders.

Wir wollten eine Variante entwickeln,

die weniger intensiv ist und mit ange-

nehmen Aromen auskommt. Eben um

mit Cocktails zu harmonieren. Arnika,

eine unserer Zutaten, hat den Wirk-

effekt als Magenbitter. Die originale

Zusammensetzung und die Wirkstof-

fe passen also. Wir haben das Volu-

men aber reduziert und entschlackt.

Wie funktioniert die Symbiose zwi-

schen Österreich und Hongkong?

In Hongkong geht es leicht und frisch

zu, rund um Brunnwald haben wir

Arnika und Lavendel. Beides kommt

in Fernet Hunter raus. Alle Zutaten

kommen aus dem Mühlviertel und

aus Tschechien. Wir produzieren in

Österreich. Hongkong ist eine schnelle

Stadt, dort verbreitet sich alles schnel-

ler. Ohne Hongkong hätte ich es nie

geschafft, Fernet Hunter zu gründen.

Was sind die Ziele für die Zukunft?

Das Projekt gibt es seit drei Jahren.

Wir haben noch einen sehr langen

Weg vor uns, um das Produkt inter-

national erfolgreich zu machen.

Unser Ziel ist es, Fernet Hunter in

mindestens 50 Ländern zu vertrei-

ben. Das heißt viel reisen und viel

Arbeit. Wir schulen Bartender und

gehen die alte Schule in der Ver-

marktung. Ich werde auch mehr in

Österreich sein, um die Alchemie von

meinem Vater zu lernen. Wir haben

Ende September im Mühlviertel unse-

ren Heimat-Launch gefeiert, die Dis-

tillery werden wir auch dort aufbau-

en. Im Moment sind wir ein „Three

Men Business“. Mein Vater macht die

Produktion, Neville kümmert sich um

die Finanzen und ich bin für Events

und das Tagesgeschäft zuständig. Wir

wollen definitiv wachsen und unsere

Produktauswahl vergrößern.

l

Herb.

LAVENDEL, IRISWURZEL UND ARNIKA SIND EINE WILLKOMMENE

ABWECHSLUNG FÜR DIE GESCHMACKSKNOSPEN UND DIE HAUPTZUTATEN VON

FERNET HUNTER. RAPHAEL HOLZER UND NEVILLE KOTEWALL SETZEN AUF

ÖSTERREICHISCHE KRÄUTER UND DIE EINFLÜSSE HONGKONGS. IHR BITTERER

TRIUMPH HAT DAS POTENZIAL, FERNET-LIKÖRE ZU REVOLUTIONIEREN.

Die Revolution

der Bitterkeit

Biografisches

Persönliches:

Raphael Holzer

kommt aus

Brunnwald im

Mühlviertel. Nach

seiner Ausbildung in Bad

Leonfelden arbeitete er unter

anderem in den USA, in Dubai

und Peking, bevor er sich vor

neun Jahren in Hongkong nie-

derließ. Raphael lebt mit seiner

Freundin, einer Modejournalis-

tin, am Strand.

Berufliches:

Mit einem seiner

ersten Freunde in der Metro-

pole entschied er sich, Fernet

Hunter zu gründen. Der leichte

Digestif ist in Oberösterreich

unter anderem im Hotel

Schwarzer Bär (Linz), im Mühl-

talhof (Neufelden) und im

Rossbarth (Linz) erhältlich.

facebook.com/fernethunter/ instagram.com/fernethunter/

Es war von Anfang an klar, dass

ich Fernet machen will. Aber einen,

der leichter und frischer ist.

R

aphael, wie

kamst du auf

die Idee, Fer-

net Hunter zu gründen?

Ich lebe seit neun

Jahren in Hongkong

und habe nach mei-

ner Ausbildung

immer in japani-

schen Restau-

rants gearbei-

tet. Gerade die

Servicekultur hat es

mir angetan. Diese

Liebe zum Detail ist

herausragend. Wenn

du in Asien an der

Bar zusiehst, wie die

Barkeeper so was

Simples wie Whiskey

mit extrem viel De-

tail zubereiten, dann

staunst du einfach.

Ich mag besonders

die Highballs. Irgend-

wann habe ich dann

mit Neville, der einer

meiner ersten Freunde

in Hongkong war, darüber

geredet, selbst etwas auf-

zuziehen und er meinte sofort: „Let‘s

do it.“ Also haben wir beschlossen,

es zu probieren. Im September 2016

kam es zum Launch in Hongkong.

Warum gerade ein Fernet?

Ich mag kräuterbasierende Geträn-

ke. Das wurde mir durch meine Fami-

lie quasi in die Wiege gelegt. Mein

Urgroßvater hat die Firma Stock nach

Österreich gebracht, mein Großvater

war dort technischer Leiter und hat

selbst Alkohol produziert. Die Rezep-

turen für Fernet Stock sind in meiner

Familie. Es war von Anfang an klar,

dass ich Fernet machen will. Aber

einen, der leichter und frischer ist.

Mein Vater hat mit mir daran gear-

beitet und wir haben einige Testläufe

durchgeführt. Uns war es wichtig, die

Essenz von Fernet zu erhalten, der

eigentlich ein Magenbitter ist.

Was ist der Unterschied zu ande-

ren Fernets?

Normalerweise werden für Fernet 50

bis 70 Zutaten verwendet. Wir haben

zum Beispiel Orangen- und Zitrusno-

ten weggelassen, viel getestet und

sind am Schluss bei 15 Zutaten geblie-

Die Nähe zur Jagd ist

auf dem Etikett deut-

lich zu erkennen.

Nur 15 statt bis zu

70 Zutaten kommen bei

Fernet Hunter zum Einsatz.