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LIFE & MORE

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moments 10/2018

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moments 10/2018

FOTOS: XXXXXXXXXXXXX

FOTOS: KYLE WEEKS, CRISTINA SALGAR

schön aufregend. Gott sei Dank

habe ich es gemacht, weil ich war

zuerst schon verunsichert und hatte

Ängste, ob ich das überhaupt kann.

Anschließend bin ich mit Bilderbuch

auf Tournee gegangen und bemerk-

te, dass es für mich voll wichtig ist,

auf der Bühne zu stehen. Ich habe

mein Selbstbewusstsein durch die

Bühne bekommen.

Also unsicher kommst du mir gar

nicht vor. Du wirkst eigentlich recht

selbstbewusst auf mich.

Ja, jetzt vielleicht. Aber ich war

irgendwie schon sehr unsicher.

Selbstbewusst bin ich bei dem, was

ich mache. Auf der Bühne bin ich

sicherer, als wenn ich mit jemandem

unter vier Augen rede.

Phoenix ist dein Künstlername. Wie

bist du auf diesen Namen gekommen?

Einerseits finde ich, dass der Name

„Phoenix“ irgendwie majestätisch

und cool klingt und dann gibt es da

den US-amerikanischen Schauspie-

ler River Phoenix, der mir sehr taugt

und über den ich mal eine Doku

gesehen hab. Das hat mich dann

auf die Idee gebracht, dass Phoenix

mein Künstlername ist.

Wie geht es dir mit dem Rollenbild

der Frau in der Gesellschaft? Ist das

ein Thema für dich?

Ja, das ist etwas, das mich von klein

auf begleitet hat. Ich habe immer

das Gefühl gehabt, dass ich nicht in

das Rollenbild hineinpasse, das die

Gesellschaft von einer Frau hat und

EP-Tipp

Mitte Oktober ist

ihre EP „Young Pro-

phet II“ veröffent-

licht worden.

Bei ihrer Europa-Tournee gibt sie

am 24. November im Posthof

Linz ein Heimspiel.

das ja teilweise schon sehr begrenzt

ist und wo man nicht recht raus-

kommt. Andererseits hab ich mir

aber auch das Selbstbewusstsein

aus dieser Situation geholt, weil ich

mich dadurch von diesem Klischee-

bild abgrenzen konnte und ich wollte

immer was machen – meine Musik.

Gab es jemals so etwas wie einen

Plan B, falls es mit der Musik doch

nicht so funktioniert hätte?

Nein, eigentlich nicht. Nein, es hat

nie einen Plan B gegeben. Vielleicht

muss der noch irgenwann mal her-

halten. (Lacht.)

Stand mal zur Diskussion, dass du

nach der Matura etwas studierst

oder war das nie ein Thema?

Ich hab nach der Matura in Wien

an der Wirtschaftsuni zu studieren

begonnen, weil es das einzige Stu-

dium war, wo man keine Prüfung

gebraucht hat. Es hat mir lustiger-

weise mehr getaugt, als ich erwar-

tet hätte. Vielleicht weil ich auch

ganz locker hineingegangen bin

und mir gedacht habe, das probier

ich jetzt mal. Tatsächlich interessie-

re ich mich für Rechtswissenschaf-

ten, nur geht sich das neben mei-

ner Musik eben nicht aus.

Hast du eine Botschaft für andere

junge Frauen?

Ja, ich denke, dass es wichtig ist, viel

zu hinterfragen. Das beginnt bei den

Strukturen, die wir als Gesellschaft

haben. Viel nimmt man oft hin, weil

es einfach schon immer so war und

ist und wir führen das fort. Ich rate

allen zu hinterfragen und zu versu-

chen, auf sich selber zu hören. In

unserer Welt ist das teilweise schwie-

rig, weil uns ohnehin so viel vorge-

geben wird. Wenn aber ein jeder ein

bisserl mehr Gespür für sich selber

entwickelt bzw. mehr in sich hinein-

hört, dann wäre unsere Welt vielleicht

ein viel besserer Ort.

Du lebst jetzt in Wien. Gibt es einen

Sehnsuchtsort für dich?

Ja, die USA – trotzdem. Aber nicht,

weil ich die Politik dort gut finde,

sondern weil ich dort meine Figur,

das, was ich musikalisch bin, dort

weniger erklären muss als in Öster-

reich oder Deutschland. Und weil in

den USA musikalisch viel passiert,

was mir taugt. Im April hatte ich

in Los Angeles kleinere Studio-Ses-

sions und das war schon ziemlich

aufregend. Anfang November spiele

ich einen Gig in einem Club in L. A.,

worauf ich mich schon sehr freue.

Gibt es in absehbarer Zeit ein

Album von Mavi Phoenix?

Ich habe schon sehr viel Demos auf

der Seite und da kristallieren sich

dann die Songs, mit denen man

weiterarbeiten will, heraus. Dadurch,

dass ich ein eigenes Label habe, ist

das alles ja eher unkompliziert.

˜

Mavi Phoenix startet

in ganz Europa durch.