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LIFE & MORE

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moments 10/2018

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moments 10/2018

FOTO: NILS MÜLLER

D

mit Mavi Phoenix

Freigeist.

DIE JUNGE LINZER RAPPERIN KONNTE EBEN ERST AUF IHRER ENGLAND-TOUR DAS

ALS BEKANNT SCHWIERIG ZU EROBERNDE PUBLIKUM ZU WAHREN BEGEISTERUNGSSTÜRMEN HINREISSEN.

IM ZUGE IHRER EUROPA-TOURNEE WIRD SIE AM 24. NOVEMBER IM POSTHOF LINZ EIN HEIMSPIEL GEBEN.

ein momentanes Leben klingt ja

sehr rasant und spannend. Bleibt

da überhaupt noch Zeit für jugend-

liche Leichtigkeit? Wie ist das alles

losgegangen und wie sehr hat dich

dein Erfolg überrascht?

Musik war für mich immer schon

wichtig und ist es auch nach wie

vor. Ich habe schon früh damit

begonnen, Musik zu hören und zu

analysieren, mich eben intensiv mit

Musik beschäftigt. Wie ich elf Jah-

re alt war, hat mir mein Vater zu

Weihnachten sein altes MacBook

geschenkt. Da drauf hab ich ein Pro-

gramm entdeckt, mit dem ich mei-

ne eigene Musik produzieren konnte

und begann damit zu experimentie-

ren. Das war praktisch mein Hobby.

Internet gab es zu diesem Zeitpunkt

für mich noch kein eigenes und so

hab ich mich eben nach der Schu-

le daheim hingesetzt und meine

eigenen Beats und Loops gebaut.

Zum Glück konnte ich so frei expe-

rimentieren, wohl auch, weil keiner

da war, der mir was dreingeredet

hat. Dementsprechend bin ich an die

Musik herangegangen und konnte

meinen eigenen Stil entwickeln. Das

war schon immer mein Traum, aber

schon sehr ernsthaft, weil ich hab

auch gespürt, dass da was dahinter

ist und dass ich was kann in dem

Bereich und ein Gespür dafür habe.

Mein Papa war Fan von so interes-

santen Künstlern wie David Bowie

oder N.E.R.D und auch Queens of

the Stone Age. Dadurch fand ich

Zugang zu einer Musik, die ich sonst

vielleicht nicht entdeckt hätte.

Ist dir bei deiner Musik der Text

oder die Musik wichtiger? Worauf

kommt es dir an?

Mir ist der Text schon wichtig, aber

vor allem geht es mir sehr stark

um das Gesamtbild von einem Song

und um das, was auch zwischen

den Zeilen steht. Um das Gefühl,

was die Musik vermittelt, was man

spürt und in welche Stimmung sie

einen versetzt.

2013 hast du beim „Lautstark“-

Wettbewerb in Linz mitgemacht

und prompt gewonnen. Was ist

dann mit dir passiert?

Ja, das war ein wichtiger Moment

für mich, weil da hab ich gemerkt,

dass das, was ich mach, auch drau-

ßen wirklich ankommt. Also, dass ich

was richtig mache und dann hab ich

einfach weitergemacht. 2014 meine

erste EP gemacht und 2015 meine

Matura am Khevenhüller Gymnasium

in Linz. Als die Band „Bilderbuch“

in Steyr ein Überraschungskonzert

spielte, wollte ich als Fan hinfahren.

Plötzlich hatte ich einen Anruf von

einer mir unbekannten Nummer und

das war der Maurice von den Bilder-

buch, der mich gefragt hat, ob ich

nicht mit ihnen eine Nummer spie-

len möchte. Das war dann ganz

Nein, ich habe nie einen

Plan B gehabt. Vielleicht

kommt der erst noch.

ä

TEXT:

FRIEDERIKE PLÖCHL

MOMENTAUFNAHME