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D

iesen Sommer ging bei

Bonhams in Hong-

kong eine Flasche

eines 60 Jahre alten

Macallan Whisky um

stolze 26.820 Euro

über den Auktionstisch. Und das ist

beileibe kein Einzelfall: Heute sind un-

zählige Abfüllungen um Tausende,

Zehntausende oder sogar Hunderttau-

sende Euro auf dem Markt. „Die der-

zeit teuerste Flasche Whisky (Top 100

des Whisky Magazine – der weltweit

führenden Fachzeitschrift im Whis-

ky-Bereich) ist ein Macallan um um-

gerechnet rund 350.000 Euro“, erzählt

Thomas Neuhauser, Gründer des

Whisky-Museums im oberösterreichi-

schen Steyregg. Sehr beliebt seien auch

Whiskys, die in Sherry-Fässern gela-

gert wurden, da es in den vergangenen

Jahren zu einer immer stärkeren Ver-

knappung dieser Fässer kam und damit

die Mengen dieses Whiskys zu sinken

beginnen. „Ausschlaggebend beim

Wert eines Whiskys ist nicht immer

die Qualität: Angebot und Nachfrage

bestimmen – wie überall im Leben –

den Preis“, so Neuhauser. Schauspiel-

legende Humphrey Bogart betätigte

sich also quasi als Prophet, als er sagte:

„Man muss dem Leben immer um

mindestens einen Whisky voraus sein.“

Status quo

Tatsächlich steigt laut Experten auch

hierzulande die Zahl der Whisky­

Liebhaber stetig. „Entgegen der immer

noch vorherrschenden Meinung, dass

Whisky hauptsächlich ein Männer­

thema ist, erfreuen sich immer mehr

Frauen dieser wie auch anderer hoch-

wertiger Spirituosen“, ergänzt Claudia

M. Schett vom Team der Vinothek St.

Stephan in Wien.

Investment

Die Investition in Whisky ist laut Ex-

perten ein langjähriges Geschäft. Wäh-

rend gelegentlich der eine oder andere

Whisky bereits nach kurzer Zeit eine

ansehnliche Rendite abwirft, sollte

man sich beim Gros der Investitions-

whiskys auf einen Zeitraum von 10 bis

20 Jahren einstellen. Wie bei allen In-

vestitionsgeschäften gilt auch bei

Hochprozentigem: Der Investor

MEN

ONLY

MEN

ONLY

Flüssiges Gold.

Whisky ist – nicht nur sprichwörtlich – in aller Munde.

Die hochprozentigen Destillate stehen bei Genießern hoch im Kurs

und rücken auch verstärkt ins Visier von Investoren.

moments 3/2016

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moments 3/2016

FOTOS: VIENNAREPORT, JEFF J. MITCHELL/GETTY IMAGES, PRIMO-PIANO/ISTOCK/THIKSTOCK

In einem Tumbler kann

sich das Aroma verflüch-

tigen. Ein Nosing-Glas

kann als Verstärker

wirken.

Ein Tropfen Wasser

öffnet das Aroma.

Edlen Whisky trinkt

man pur, Mischungen mit

Cola oder Energy-Drinks

gelten unter Liebhabern

als Todsünde.

Lagerung: Stehend, wie

bei allen Spirituosen,

Raumtemperatur.

Whisky ist nicht aus-

schließlich als Digestif

zu betrachten, er ist

vielmehr ein ausge-

zeichneter und viel-

seitig einsetzbarer

Speisenbegleiter.

TRINKEN,

ABER

RICHTIG!

Bekennender Whisky-Liebhaber.

Humphrey Bogart mit seiner Ehefrau Lauren Bacall 1951.

Man muss dem

Leben immer um

einen Whisky

voraus sein.

Humphrey Bogart

Schauspieler

Wer an Whisky denkt, hat zu-

allererst Schottland vor Augen.

Allerdings weiß man bis heute

nicht genau, ob die Schotten

oder die Iren den Whisky er-

funden haben. Während im

5. Jahrhundert noch Mönche,

allen voran der irische National-

heilige St. Patrick, das „uisge

beatha“ für Arzneien und Parfüm

eingesetzt hatten, wurde 1494

das „Wasser des Lebens“ zum

ersten Mal urkundlich in schotti-

schen Steuerunterlagen erwähnt.

Im Laufe der Zeit entstand eine

große Anzahl an privaten Destil-

lerien, die vorerst für den Eigen-

gebrauch produzierten. Heute

gibt es überall auf der Welt

Hersteller, deren Produkte einen

eigenständigen Geschmack

entwickelt haben, die Whis-

ky-Landschaft wird immer

vielfältiger und bunter.

GESCHICHTE

Leidenschaft.

Investoren und

Genießer setzen

gerne auf Hoch-

prozentiges.

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